Biographie

Am 1. und 2. Juni 1985 fand im heutigen Konzertsaal „Börse“ in Coswig das erste Intermedia-Festival der DDR statt. Mehr als 2.000 Zuschauer waren in den alten Ballsaal des örtlichen Klubhauses gekommen, um einem genreübergreifenden Kunstereignis beizuwohnen, das so noch nie stattgefunden hatte und auch nie wieder stattfinden würde.

Unter dem Motto „Klangbild / Farbklang“ versammelte Organisator Christoph Tannert dutzende Künstler und ebenso viele Musiker der Free Jazz- und Punkszene, Super-8-Filmer, Performer und Tänzer  zu einer Leistungsschau des Undergrounds. Und nicht nur die Gäste kamen DDR-weit angereist, auch die Stasi schickte Dutzende IMs. Bands wie „Klick & Aus“, „Hard Pop“, OTZE oder die „Rennbahnband“ spielten zwischen den Performances von Lutz Dammbeck, Fine Kwiatkowski und Hans J. Schulze. Mit einem ausgewählten Super-8-Filmprogramm kam erstmalig die große Tradition des Expanded Cinemazum Tragen, die Künstler wie A.R. Penck in den frühen 70iger Jahren in Dresden mitbegründet hatten. Dieser Tradition verpflichtet fühlten sich auch Hans Scheuerecker, Christine Schlegel und Angela Hampel, um nur drei von über 40 Künstlern zu nennen, die mit bemalten Faltrollos das Klubhaus in einen temporären Kunstraum verwandelten. Dank zahlreicher Fotografen konnte diese einzigartige Atmosphäre, ja vielleicht sogar das Lebensgefühl der Zeit, nun wieder lebendig gemacht werden. Zusammen mit wiedergefundenen Tondokumenten und den kraftvollen Erinnerungen der Beteiligten, ist es dem Dokumentarfilmer Thomas Claus gelungen, dieses singuläre Ereignis zu rekonstruieren. „Spuren des Performativen“ wurde erstmals 2017 im Rahmen der Ausstellung „Geniale Dilletanten – Subkultur der 1980iger Jahre in West- und Ostdeutschland“ im Dresdner Albertinum  gezeigt.

 
Thomas Claus

Thomas Claus, 1963 in Dresden geboren, 1981 Abitur, 1982/83 Wehrersatzdienst (Bausoldat), danach Erwachsenenqualifizierung zum Blechschlosser, begann seine filmkünstlerische Laufbahn als Schmalfilmer. 1988 Festanstellung in der Dokumentarfilmabteilung des DEFA Studios für Trickfilme Dresden. Seit 1991 als freischaffender Kameramann, dann als Autor und Regisseur tätig. 2001 Umzug nach Berlin. Dort als Fernsehjournalist, Filmemacher und Medienproduzent mit den Themenschwerpunkten Kunst- und Zeitgeschichte, Alte Geschichte und Archäologie sowie als Medienberater und Medienproduzent für verschiedene deutsche Museen tätig. Lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und Berlin.

OstArt Festival

Spuren des Performativen

Tag 2, 10.11.19 Kino

Homepage Adhoc

Releases

Produktionen von Thomas Claus
Filmografie (Auswahl)
  • „Er nannte sich Y – der unbekannte A.R. Penck“ – Gemeinschaftsproduktion mit RBB (45 min,
  • EA 27.10.2019) und im Rahmen der Ausstellung „A.R. Penck – Ich aber komme aus Dresden (check it out man, check it
  • out)“ im Albertinum Dresden (5.10. 2019 – 12.1. 2020)
  • „Der Schmuckkünstler Jens Uwe Zimmermann“ – Kunstgewerbeverein in Frankfurt am Main
  • „Wissens|Räume – Antikenforschung in Berlin“, 5 Imagefilme für Exzellenzcluster TOPOI 264
  • FU Berlin, HU Berlin, TU Berlin, DAI, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
  • „Das Ringheiligtum von Pömmelte – Rekonstruktion eines vorgeschichtlichen Monuments“
  • „Spuren des Performativen – Intermedia I in Coswig 1985“ (45 min) im Rahmen der Ausstellung
  • „Geniale Dilletanten – Subkultur der 1980iger Jahre in West- und Ostdeutschland“ im Albertinum Dresden. „Archäologie
  • in Brandenburg – Momentaufnahmen 2006-2018“ im Auftrag des BLDAM (13x 28 min) „Alchemie – Die Suche nach
  • dem Weltgeheimnis“, 10+1 Ausstellungsfilme für das Archäologische Landesmuseum Sachsen-Anhalt in Halle an der
  • Saale „Goethe international“ Film für die Goethe-Festwoche 2016 im Auftrag des Freien Deutschen Hochstift Frankfurt
  • am Main „3000 Jahre Schlachtfeld Deutschland“ – ZDF-History 2016 (45 min) „Zwischen Krieg und Frieden – Waldlager
  • der Roten Armee in Brandenburg 1945“, Film für die Sonderausstellung im Archäologischen Landesmuseum
  • Brandenburg an der Havel „Lützen 1632“ – Auftragsproduktion für die Sonderausstellung „Krieg“ im Landesmuseum für
  • Vorgeschichte in Halle/Saale (25 min) „Fluchtpunkt Entenschnabel – Die Tunnelbauer von Glienicke-Nordbahn“,
  • Gemeinschafts-produktion mit RBB (45 min) Primetime, Imagekampagne Deutsches Romantik Museum Frankfurt am
  • Main 2014 (60 min) „Geheimsache Nazi-Uran – Atomjagd in Brandenburg“ RBB 2013 (45 min) Primetime 2
Referenzen

Albertinum Dresden, Besucherzentrum Arche Nebra – Die Himmelsscheibe erleben, Archäologisches Landesmuseum Brandenburg an der Havel, Deutsches Buch- und Schriftmuseum, Deutsches Filmmuseum Frankfurt am Main, Freies Deutsches Hochstift/Goethe-Haus Frankfurt am Main, Freie Universität Berlin, „Grünes Gewölbe“ Dresden, Hochstift Meißen, Humboldt-Universität Berlin, Kunstgewerbeverein in Frankfurt am Main, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Brandenburg, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Niedersachsen, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Landeskriminalamt Hessen, Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg, Landesmuseum für Vorgeschichte Halle, Semperoper Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Staatstheater Dresden, Stiftung – Frauenkirche Dresden, Mori-Ogai-Gedenkstätte Berlin, Varusschlacht im Osnabrücker Land – Museum und Park Kalkriese.

Förderungen
  • Bundesministerium des Innern, Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur, Goethe Institut, Hessische Kulturstiftung,
  • Kulturstiftung der Deutschen Bank, Kulturstiftung d. Freistaates Sachsen, Mitteldeutsche Medienförderung, Japan
  • Foundation Tokyo, Sächsische Landesmedienanstalt, Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst,
  • Siemens Kulturstiftung , Sparkassen Kulturstiftung Sachsen, Stiftung Kulturfonds der Länder
Preise
  • Preis des DGB Kurzfilmtage Oberhausen 1997
  • ADVANTA Förderpreis zum Kunstpreis der Stadt Dresden 1993
Publikationen
  • „Raubgräber – Grabräuber“ – Mitautor, Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg 2013
  • „Archäologie und völkisches Gedankengut“ – Autor, Peter Lang Verlag Frankfurt a.M. 2010
  • „Ballhäuser in Dresden“ – Herausgeber, Sandstein-Verlag Dresden 2007
  • „Friedhöfe in Dresden“ – Fotograf, Verlag der Kunst Dresden 2000

Quelle: Thomas Claus